In mir, ein Tränenmeer…

Am 14.12.2014 starb mein Vater!
Noch immer kann ich es nicht fassen.
Ja ich weiß, Erlösung! Dort wo er jetzt ist, geht es ihm besser… BLAH BLAH!!!
Jeder weiß es, doch seither sprach kaum einer darüber.
Freunde wünschten über „Whats App“ Beileid, aber angerufen hat keiner und auch
bei Treffen wird das Thema tunlichst vermieden.
Er wurde am 23.12. beerdigt.
Wenn nach meinem Weihnachtsfest gefragt wird und ich antworte:
„In anbetracht der Tatsache, das einen Tag zuvor noch die Beerdigung war, Anstrengend!
Dennoch war es sehr harmonisch.“
Darauf folgt ein: „Ach ja!“ vielleicht noch ein „Ja, das glaub ich dir. Wir waren…“
Es ist nicht meine Art, mich mit Kummer anzubiedern, doch ich schneide das Thema an
und niemand reagiert. Meine Worte stehen im Raum, mit dem klaren Signal:
„Es tut so weh, ich möchte so gerne darüber sprechen!“ Sie werden vernommen und dann
NICHTS!
Niemand fragt was passiert ist, ob er gelitten hat, wie es mir geht und ob ich klar
komme? Es ist, als wäre nichts passiert – für die Welt um mich herum!
Das man mit der Trauer alleine ist, das habe ich gewusst aber nicht das man alleine
gelassen wird.
Als eine meiner besten Freundinnen zu Besuch kam, dachte ich: „Oh man, endlich ein Mensch
mit dem ich reden kann!“ Sie kam herein, drückte mich, freute sich mich zu sehen und alles
war wie immer.
Es geht mir nicht um Mitleid, sondern einzig und allein um das Bedürfnis, mich bei nur einem
Menschen, einfach mal fallen lassen zu können.
Bei Facebook posten sie alle so weise Sprüche wie:
„Wahre Freunde sehen auch die Tränen hinter deinem Lächeln!“
BLÄH!!! Da muss ich kotzen, brechen und mich übergeben gleichzeitig!
Meine Freundschaftsliste hätte Magersucht, wenn ich dem Glauben schenken würde.
Sie sehen nicht die Tränen und hören nicht die Schreie oder sie ignorieren sie?
Wenn ich es nicht versucht hätte, das Thema anzuschneiden, wenn ich es nicht WIRKLICH versucht
hätte, würde ich sagen: „Ja, sie können ja auch keine Gedanken lesen!“
Doch es kommt nichts zurück außer nichts und der Blick in starre Gesichter.
„Jetzt bloß nicht reagieren sonst fängt sie noch an zu heulen!“
Es war doch MEIN Vater!
Uh oh…ich vergaß, man darf die Menschen mit dem Tot nicht konfrontieren, dann brechen sie
zusammen.
Schrecklich! Ich bin nicht nur unsagbar traurig, sondern auch entsetzlich wütend und weiß nicht
wohin damit? Dies hat zu Folge, das ich ziemlich gereizt bin oder eher sehr schnell „hoch gehe“,
vergesslicher als je zu vor und nur darauf warte das jemand fragt: „Was ist los mit dir in letzter Zeit?“

 

Advertisements

4 Gedanken zu “In mir, ein Tränenmeer…

    1. Danke Dir. Das ist ja super lieb!!!
      Wow, das ist echt wunderschön geschrieben!
      Der erste Absatz…Besser kann man es gar nicht schreiben oder
      so hätte ich es gerne ge /beschrieben! Bin aber viel zu emotioal geladen.
      Das Buch, von dem sie schreibt, werde ich mir auch genauer ansehen.
      Irgendwie muss man sich damit auseinandersetzen.
      Danke nochmal.

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s